Straßen- und Stadtbahnen in Bochum
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Vorweg eine gute Nachricht: In den letzten 30 Jahren wurden in Bochum keine Straßenbahnstrecken mehr stillgelegt. Lediglich die Verschiebung der Strecke der Linie 308 von der ehemaligen Endstelle Hattingen Reschop zum neuen S-Bahnhof Hattingen Mitte am 9. März 1994 und die damit verbundene Einstellung des Straßenbahnverkehrs in der Bahnhofstraße könnte man als Stilllegung bezeichnen. Da die neue Strecke aber wenige hundert Meter entfernt nun eine bessere Anbindung ans Hattinger Zentrum darstellt, ist es um diesen Streckenabschnitt nicht wirklich Schade. Ebenso verhält es sich mit den oberirdischen Strecken, die zugunsten einer unterirdischen Stadtbahn aufgegeben wurde.

Straßenbahnstrecken, die nach "unter Tage" verlegt wurden

Bau der Linie U35


Am 2. September 1989 wurde die oberirdische Strecke der damaligen Linie 305 auf dem Teilstück Bahnhof Herne <> Riemke <> Brückstraße stillgelegt. Ab dem 2. Juni 1991 wurde das meterspurige Teilstück Ruhr-Universität <> Hustadt abgebaut, bis am 26. November 1993 die gesamte oberirdische Strecke der damaligen Linie 306 zwischen Oskar-Hoffmann-Str. und Ruhr-Universität für den Stadtbahnbau stillgelegt wurde.
Den oberirdischen Nordabschnitt der Linie 305 zwischen Herne Bahnhof und Recklinghausen Hbf. hatte man bereits am 4. Oktober 1982 eingestellt. Ein Wiederaufbau zwischen Herne und Recklinghausen als unterirdische Stadtbahnstrecke ist seitdem in Planung.


Ehem. Einfahrt zum Betriebshof Oskar-Hoffmann-Str. (rechts)
Früher fuhr die Linie 305 hier oberirdisch vorbei. Foto: Andreas Jüttemann


Bau des unterirdischen Abschnitts der Linien 308 und 318

Für den Bau des Hauptbahnhofunterfahrung der Linien 308 und 318 legte man in den Jahren 1979 bis 1983 sukzessive die Trasse über den Südring still, den auch die Linie 305 befuhr:
Als erstes Teilstück wurde der Abschnitt vom Schauspielhaus zum Südring der damaligen Linien 8, 18 und 28 am 26. Mai 1979 eingestellt. Am 28. Mai 1983 folgten die Abschnitte zwischen Buddenbergplatz und Südring (über Hauptbahnhof) sowie zwischen Südring und Rathaus.
Ab dem 28. November 1981 gab es dann zwischen dem Bahnhof Nord und dem Ruhrstadion keinen oberirdischen Verkehr der Linie 306 mehr, nach dem 30. Juli 1983 wurde als letzter Abschnitt das Teilstück Hauptbahnhof <> Bahnhof Nord (zuletzt von der Linie 302 befahren) abgebaut.

Bau des unterirdischen Abschnitts der Linien 302, 306 und 310

Vor der Inbetriebnahme des neuen unterirdischen Citytunnels wurde der oberirdische Straßenbahnverkehr auf den Linien 302, 306 und 310 in der Innenstadt zwischen Jahrhunderthalle, Annastraße, Rathaus, Hauptbahnhof und Buddenbergplatz am 29. Januar 2006 eingestellt. Dem Tunnelneubau fiel auch die Betriebsstrecke zur Oskar-Hoffmann-Straße zum Opfer, die zuletzt auch vom Buddenbergplatz aus erreichbar war.

Die große "Stilllegungs-Welle" der 50er und 60er Jahre

In der Nachkriegszeit, oder bessergesagt während des "Wirtschaftswunders" wurden viele Straßenbahnbetriebe eingestampft, da der freigewordene Raum Platz für die "autogerechten" Städte bieten sollte. In Westberlin und Hamburg lösten Busse die Straßenbahn ab. Auch im Ruhrgebiet gab es zu dieser Zeit viele Stilllegungswellen, der auch folgende Bochumer Linien zum Opfer fielen:

Die Linie 7 nach Castrop-Rauxel stellte man am 8. Mai 1967 zwischen Gerthe, Lothringer Straße und Castrop Rauxel, Münsterplatz ein. Am 30. April 1980 wurde dann auch die Schleife durch die Lothringer Straße durch die neue Endstelle Schürbankstraße ersetzt.

Auch Hattingen hatte mal eine durchgehende Straßenbahnverbindung: Bis zum 30. Juni 1969 verkehrte die Linie 8 quer durch das Fachwerkstädtchen. Von Hattingen Reschop ging es über die Gelinde und Henrichshütte bis zum Lohfeld in Stiepel und über die Marxstraße bis zum Blankensteiner Markt. Außerdem gab es bis zum 1. Februar 1960 die Linie 15, die Hof Stiepel und Welper (über die Kosterbrücke) verband. Ausgehend vom Abzweig Lohfeld verkehrte bis zum 4. November 1963 die Linie 15 über Stiepel, Wiemelhausen und Schauspielhaus in die Bochumer Innenstadt. Dies war aber nicht die einzige Linie in Stiepel. Bis zum gleichen Tag gab es auch die Linie 5, die von der Innenstadt bis Stiepel die gleiche Strecke wie die 15 zurücklegte und in Stiepel-Frische endete.

Und es gab auch die Linie 16, die Lütgendortmund mit Eickel bzw. Oberdahlhausen verband.
Die einzelnen Teilstücke wurden in den Jahren 1955 bis 1973 abbestellt:
3. August 1955: Betriebsstrecke zum Betriebshof Eickel
31 Januar 1955: Lütgendortmund Bahnhof<> Lütgendortmund Markt
30. Juni 1959: Lütgendortmund, Markt <> Harpen, Werner Straße
17. November 1973: Harpen, Werner Straße <> Rottmannstraße
und Oberdahlhausen <> Eppendorf <> Wattenscheider Straße

Schon früh nach dem Krieg stellte man die Linien 9 und 19 ein: Am 1. Dezember 1951 zwischen Wohlfahrtstraße und Clemensstraße (über die Königsallee) sowie zwischen Nordring und der Zeche Konstantin.

Ebenfalls recht schnell kappte man die Straßenbahnverbindungen in Langendreer. Dies waren die Linien 22 und 27 am 1. Dezember 1951:
Linie 27: Langendreer Bahnhof <> Langendreer West Bahnhof
Linie 22: Langendreer Bahnhof <> Baroper Straße am 1. Dezember 1951
Der Hauptast der Linie 22 zwischen Langendreer Bahnhof, Bövinghausen und dem Münsterplatz in Castrop-Rauxel stellte man schon am 1. Juni des gleichen Jahres ein. Nur die Linie 20 zwischen Laer Mitte und dem Bahnhof Langendreer überlebte bis zum 30. Juni 1969. Letztere soll übrigens in den nächsten Jahren wieder aufgebaut und von der Linie 302 befahren werden.

Bilddokumentationen stillgelegter Straßenbahnstrecken
Bjoern Quaeck hat auf seiner Internetseite » tramtracks.de eine umfangreiche Sammlung fotographischer Dokumentationen stillgelegter Straßenbahnstrecken und deren Relikte geschaffen. Seine Sammlung umfasst mittlerweise Fotos aus dem ganzen Ruhrgebiet und wird ständig erweitert.